Dr. Dieter Bortfeld
 
   
 

 

Familie

 

ZWEITE LEBENSHÄLFTE

Gab einst mein junges Leben
in Deine zarte Hand.
Gemeinsam Streben, Weben
uns aneinander band.

Erbaut nun ist die Feste,
gerichtet ist der Saal.
Erneut biet ich das Beste
für eheliches Mahl.

 

SALOMON

Von dem, was mir der Lehrer schrieb,
nun klare Sicht bei mir verblieb.
Aus Chaos, das mich gestern trieb,
macht´ Salomon lautere Lieb.

Wo Weisheit herrscht, ist Torheit stumm;
ein Kluger ward, der vorher dumm.
Nun geht nichts mehr im Kreis herum -
wir freuen uns und danken drum.

 

MIESEPETER

Er sprach so oft von Totengruft
und fand nie recht heraus,
daß nur, was selbst man zu sich ruft,
als Ernte kommt ins Haus.

 

ERNEUERTER BUND

Das Leben,
das Streben:
Sie hatten Bestand.
Aufs Neue
ich freie
um liebster Frau Hand.

Von schönen
Zart-Tönen -
im Kern ganz gesund -
wird werden
auf Erden
erneuerter Bund:

Solange
die Wange
vom Blute durchglüht,
Dein Ehemann
als Sämann
für Liebe sich sieht.

 

FREIHEIT

Sollt stören Dich an unsrer Einheit
die Fessel, die darin Du wähnst,
daß Dir entgeht die echte Freiheit,
die - andren gleich - Du Dir ersehnst?

So glaub: Ich machte die Erfahrung,
daß wahrhaft frei nur der sich fühlt,
der - eingebunden in die Bindung -
aus Einheit seine Kraft erhielt.

Der Freiraum im Zusammenleben -
was Dir da wichtig, brauch´ auch ich.
Laß Kraft uns gegenseitig geben,
dann leben wir auch freiheitlich.

 

DREI WOCHEN UND EINE

Drei Wochen, unsre schönste Zeit:
Sie gingen schnell vorüber.
Voll Frieden wars und Heiterkeit
und ohne Nasenstüber.

Du sagtest mir, „ich hab Dich lieb“.
Oft hielt ich Dich umschlungen.
Und unser beider Seele blieb
von Freude tief durchdrungen.

Dann fuhrst Du weg - und ohne Ziel.
Lang bist Du fortgeblieben.
Beim Abschied standen Hochgefühl
und Weh Dir eingeschrieben.

Die eine Woche wurde lang.
Was dem Weibchen wohl geschah?
Die Ungewißheit machte bang.
Dann warst Du - heiter - wieder da!

 

AN EINE 21-JÄHRIGE ROSE

Heute vor einundzwanzig Jahren
Deine Eltern sehr glücklich waren,
daß - nach spannungsvollem Warten -
Du Dich entschlossest, einzustarten

in des Lebens bunte Bahn.
Tilman als Name konnte nicht sein.
Der Arnim Vorbild doch uns gab ein:
Bettina sei das Mädchen genannt,

den Musen damit auch ganz verwandt.
So fing Dein junges Leben an.
Schon als Kind an jedem Ort
begeisterte Dich Musik sofort.

Im Spiel der Flöten und der Geigen
konntest später bald Du uns zeigen,
was alles der Musen Kraft vermocht´.
In Schule, mit Freundin und zuhaus

formtest Du ein Leben daraus,
das fest Dich machte und stark.
Dem Mädchen von Mut und Mark
das Herz an richtger Stelle stets pocht´.

Es ließ auf sich nicht lange warten
der Freund; er schlich in Edens Garten,
zu kosten von der Knospe Tau.
Aus Knosp´ward Blüt´, aus Mädchen Frau.

Der Liebe Kraft hat das bereitet.
Heut nun stehst Du im Zenit
vom Teil des Lebens. Und es blüht
noch kraftvoll schöne Zukunft Dir.

Jetzt zu wünschen nur bleibt mir,
daß Lieb´ in Frieden Dich geleitet.

 

BRÜDER

Vor Jahren ward ein Baum gesetzt
von Brüder Arbeit, Hand in Hand.
Und edle Nüsse bringt er jetzt.
Der schönste ist er auf dem Land.

Auch, wenn Familienbindung ist
recht locker oft, fast aus dem Sinn -
so warte, bis Du älter bist:
Auch Du neigst Dich zum Ursprung hin.

 

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