Eros
EDELWEIß
Ein Mann im flotten Skisport-Outfit
trat ein nach kühnem Pulverschnee-Ritt
ins sonnige Rotwein-Paradies,
das Edelweiß mit Namen hieß.
Er traf auf eine lustige Runde
von Skifans, die zu jener Stunde
froh zechten. Mitten in dem Kreis:
Ein schönes Weib - wie Edelweiß.
Verzaubert wollt´s der Mann gleich pflücken.
Da sprach das Weib: „Bezähm´s Entzücken!
Weißt Du denn nicht: Um keinen Preis
darfst pflücken Du ein Edelweiß!“
VÖGEL
Vöglein zwitschern fröhlich im Wald
„Winter ade! Frühling wird´s bald.“
Grund haben sie, so lustig zu singen:
Der Frühling wird ihnen Liebe nun bringen.
Doch nicht beneid´ ich die bunten Sänger.
Auf Liebe müssen sie warten länger
als ich, der mit Weibchen im süßen Umfangen
heute darf stillen sein zärtlich Verlangen.
MONDFINSTERNIS
Der Mond verfinstert sein helles Gesicht.
Mag ansehen er die Erde nicht,
auf der er Liebenden zu allen Zeiten
lauschige Stunden oft half bereiten?
Die Erde selbst ist´s, die mit ihrem Schatten
verdunkelt den Schein ihres nächtlichen Gatten.
Was kümmert es mich! Selbst vor Weltuntergang -
mit der Liebe Licht - wär mir nicht bang.
GIUOCO ETERNO
Glaube mir bitte, geliebteste Beatrice:
Nicht wie der Herzog von Mantua
lieb´ ich. Noch bist Du die Ceprano oder gar Gilda.
Wir beide könnten sempre miteinander uns fühlen felice!
Wo Dein Dir stets fedele cavaliere
anbetet Dich und Deine fraulich heitere Lebensart;
wo fester Mannessinn mit holder Weiblichkeit sich paart:
Da macht amore divino Karriere.
Poi, lasciamo svolgersi questo giuoco eterno:
Tu, cara Beatrice mia, sia la regina;
io saró il trovatore, per te regalando l´ anima mia.
Cosí saremo vicino al cielo e lontano del inferno.
SCHNADERHÜPFERL
Was ich Dir schrieb
von Leid und Lieb´,
Du süße Frau,
lies´ es genau!
Feder führend,
Worte kürend:
Stets war´s Dein Sinn,
der mit darin.
In Leid und Glück
greif´ drauf zurück,
daß ich Dir schrieb,
„Ich hab´ Dich lieb“.
Nun nicht mich schilt!
Dies alles gilt
auch fürderhin
mit gleichem Sinn:
Was ich auch schreib´,
geliebtes Weib,
lies´ es genau
und stets mir trau!
Ich mein´ es so -
trüb oder froh -
wie ich es schrieb.
Behalt mich lieb!
SÜßE STUNDEN
Dies Abo leg ich Dir zu Füßen
und wünsche Dir damit viel Glück.
Es möge Stunden uns versüßen
durch Schwingung göttlicher Musik.
Auf „-ik“ und „-ück“ gibt´s viele Reime.
Doch halte ich mich jetzt zurück,
damit zur Unzeit nicht erkeime
die Lust auf einen wilden Vers.
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